Iris erzählt 11/2018  

Der Winter, der erst Anfang März gekommen war, verabschiedete sich zögerlich während der Osterferien. Es gab den einen oder anderen Regenausritt, die dann fast die letzten für dieses Jahr sein sollten.

Es ging es in den Alvenslebenstollen direkt vor der Haustür. Langjährige Gäste waren noch nicht dort gewesen. Die Befahrung des Stollens unter der Führung von Klaus Brommenschenkel war wie immer sehr interessant und kurzweilig.

Ab Mitte April gab es fast nur noch Sonnenschein an allen kurzen und langen Wochenenden und auch während der Woche Pfingstferien im Mai. Wie immer waren wir mit den Ponys zu Fuß und auf deren Rücken viel draußen unterwegs. Hier sind wir gerade am Grenzstein „Königreich Dieter“.

Während des Burgfestes an Pfingsten konnte man sich vom Turm der Burg Lahr abseilen.

Ende Juni, während des letzten kurzen Wochenendes vor den Sommerferien, bescherte uns das vorerst letzte Tiefdruckgebiet ein ungewöhnlich kühles Wochenende.
Am Kirschen-Genuss-Tag lernten wir von Frank Böwingloh viel über sein Projekt Mittel-Rhein-Kirschen, durften die verschiedenen Kirschsorten und .leckereien kosten und zum Abschluss den Tag mit einem Dreigang-Kirsch-Menü krönen.

Dann begann die Sonne fast ununterbrochen zu scheinen und als erstes wuchs auf den Hangflächen mit wenig Boden und darunter anstehendem Fels kein Gras mehr nach. Später hörte es selbst auf den Aueböden im Wiedtal zu wachsen auf und ab Ende Juli gab es kein Weidegras mehr für die Milchkühe. Sie mussten mit Grassilage, eigentlich ihr Winterfutter, zugefüttert werden.

Unsere Urlaubsgäste freuten sich währenddessen über das andauernd schöne Wetter, nannten es ihre „Italienische Woche“ und erleben traumhafte Sommerferien. 

Immer wieder ein Erlebnis. Abendessen draußen auf der Wiese am Waldrand.

Immer wieder ein Erlebnis. Abendessen draußen auf der Wiese am Waldrand. 

Beim Bäume wässern im Dorf halfen die Urlaubsgäste.

Vor dem Pommes-frites-Essen ging es aufs Feld zur Kartoffelernte.


An vielen heißen Tagen hieß es Flucht in den Schatten

oder in die Wied.

Wied und Wald machten die heißen Tage für die fleißigen Ponys einigermaßen erträglich. Oft ritten wir mit zu Zöpfen geflochtenen Mähnen auf die Märchenpfade und anschließend zum Abkühlen in den Fluss.
Unsere Shettys Paula und Daisy absolvieren inzwischen die eine oder andere Shetty- Reitstunde auf unserem kleinen Reitplatz. Ein Team von erfahrenen Trainerinnen hat es ihnen beigebracht.
 Einige der Trainerinnen Einige der Trainerinnen

Und dass die Wied eine herrliche Abkühlung ist, haben sie ebenfalls inzwischen gelernt.

Den Reitunterricht für die Fortgeschrittenen hat seit diesem Jahr Eli übernommen. Zum Schutz vor Staubwolken musste im Sommer der Hufschlag vor dem Reiten gewässert werden.



Der Spätsommer hält jetzt bis in den November herein an. In der ersten Woche Herbstferien ließen uns Temperaturen über 20 Grad bei Mittags-Grillen im Grenzbachtal in den Schatten unter die Fichten flüchten.

Auch wenn die zweite Woche etwas kühler ausfiel, durfte das Abschiedsschwimmen in der Wied nicht fehlen.

26. Oktober

26. Oktober

Wenn im Laufe dieser Woche der Käsekessel geliefert wird, ist unsere Käserei nun tatsächlich fast fertig. Gerade werden die Milchkühe trocken gestellt. Wenn die neue Melksaison im Frühjahr angelaufen ist, will Max mit der Käseproduktion beginnen.

Hier solle es bald Käse geben. Dieter erläutert die Baustelle.

Hier solle es bald Käse geben. Dieter erläutert die Baustelle.

In diesem Jahr mussten wir leider zwei unserer alten Pferde einschläfern lassen.
Im Mai hat uns der Schlappohrigste, Meistgeliebte und Meistfotografierte verlassen.

Auf Grund von sich verschlimmernder Arthrose mussten wir den braven Julli erlösen.
16 Jahre lang hat er vielen Kindern Glück beschert und grast jetzt bestimmt im Ponyhimmel. 

Ponyhimmel

Auch meinen geliebten Landfari mit dem großen Herzen konnte ich nicht länger behalten.
Alles ist uns nur auf Zeit gegeben. Ich bin sehr dankbar, dass ich 22 Jahre ein Ausnahmepferd an Mut reiten durfte, das jeden Abhang rauf und runter kletterte, sich wie ein Eisbrecher durch Dornengestrüpp reiten ließ, mich durch Wied und Wellen getragen hat und mir ungezählte Glücksmomente bereitet hat.