Iris erzählt 12/2018

Rund um die Burg Lahr hat sich im Herbst einiges getan. Auf der Südseite sind ca. 2000 qm felsiger Abhang entbuscht worden, um die Artenvielfalt der felstypischen Fauna und Flora zu fördern. Dabei wurde auch der geheimnisvolle sogenannte „Lastenaufzug“, eine alte, von Hand gehauene, tiefe Rinne im Fels freigelegt, deren Funktion leider unklar ist.

Lastenaufzug

Die Gemeinde Burglahr hat diese Maßnahme von Naturpark Rhein-Westerwald gefördert bekommen. Die ausführende Firma ist an zwei Dorfaktionstagen tatkräftig von Bürgern aus Burglahr unterstützt worden.

Lastenaufzugbei der virtuellen Ausgrabung...
Auch finden zurzeit archäologische Untersuchungen zur Geschichte der Burg statt, ausgelöst durch unsere Idee, ein virtuelles Modell der Burg Lahr, wie sie in ihrer Blütezeit ausgesehen haben könnte, anzufertigen.
Als „virtuelle Ausgrabung“ bezeichnet
Lukas Fischer dieses Verfahren.
Hierfür konnten wir Lukas Fischer, Grabungstechniker, 3-D Designer und Mittelalter-Fan, gewinnen. Durch seine Kontakte zur Universität in Halle hat ein Team von wissenschaftlichen Mitarbeitern eine Fläche hinter der Burg mittels elektromagnetischer Strahlen auf Spuren früher Besiedlung untersucht.
Der Burgberg selbst ist mittels Georadar untersucht worden, um unterirdische Fundamente oder Mauerreste sichtbar zu machen.

Alle historischen und technischen Puzzleteile sollen dann später zu einem Gesamtbild zusammengefügt werden und ein möglichst genaues, virtuelles Modell der Burg Lahr ergeben. Das Modell kann dann auf der Internetseite der Gemeinde gezeigt werden, den Schulen zur Verfügung gestellt werden und in einen Themenwanderweg zur Geschichte der Burg einfließen. Die archäologischen Untersuchungen und das Modell der Burganlage werden zum Teil ehrenamtlich durchgeführt und zum Teil durch Spenden finanziert.

Desweiteren entsteht in der Mitte von Burglahr gerade ein Dorf- und Festplatz. Eine Maßnahme , die vom Dorferneuerungsprogramm gefördert wird und baulich insgesamt auf vier Jahre ausgelegt ist. Auch hier ist Eigenleistung erforderlich.

Erst geht es in die Erde. Leitungen für Pavillon und Toilettenanlage müssen verlegt werden.

Dieter wird es weiterhin nicht langweilig werden. Im kommenden Jahr werden unsere Tochter Anna und unser Schwiegersohn Sebastian in Burglahr ein Haus bauen. Sie wollen mit ihren beiden Kindern nach Burglahr ziehen. Die Nachricht ihrer Rückkehr war die schönste für uns in diesem Jahr und wir haben dabei ein bisschen geweint.
Vorerst sind jedoch Restarbeiten an der Käserei zu erledigen, z.B. muss der Strom noch richtig verlegt werden und Dieter hat sich mit den Worten, „meine Arbeit ist jetzt nicht zu sehen“, bei mir abgemeldet. :-)
Noch immer haben wir einige Rinder draußen, um den Grasaufwuchs vom milden Herbst zu nutzen. Auch wollen wir Winterfutter wie Heu und Silage einsparen. Durch die extreme Trockenheit ist das Futter sehr knapp. Um alle ausreichend füttern zu können, mussten wir die Anzahl der Rinder reduzieren.

Zurzeit stehen alle Milchkühe trocken. Ab Mitte Januar erwarten wir die ersten Kälber. Im Laufe der nächsten Melksaison will Max mit der Käseherstellung beginnen.Milchkühe im Stall

Unser langjähriger Mitarbeiter Cedo hat uns im Sommer aus familiären Gründen leider verlassen müssen. Zum Glück war unser ehemaliger Lehrling Anna Rolletter nach Abschluss ihrer Ausbildung zur Landwirtin bereit, für einige Monate bis zum Beginn ihres Studiums einzuspringen. Inzwischen ergänzt die gelernte Landwirtin Johanna Müller das Team Landwirtschaft und ist mit Fleiß, Umsicht und Freude bei der Arbeit. Ihr netter Schweizer Akzent hat belebende Wirkung.
Auch die beiden neuen FÖJler Franca und Johannes haben sich gut eingelebt. Franca ist mir eine große Hilfe bei den Pferden, und Johannes unterstützt tatkräftig das Team Landwirtschaft.

Islandstuten

Das sind unsere beiden, neuen Islandstuten.

Links Eik, die Eiche, hat vier perfekt getrennte Gänge und klopft im Tölt ihr „Black & Decker“ auf den Waldboden. Da Eik in letzter Zeit nicht viel geritten worden ist, trainiert ihr Franca gerade Kondition an.
Tibra, die Luftspiegelung, ist mein neues Pferd und auf den ersten Blick eine zweite Rak.
Das täuscht, denn sie ist ein wahrer Flieger im Tölt.
Für mich eine neue Dimension des Reitens: Solch eine Gangpferd hatte ich noch nie.
Jetzt hoffe ich nur, dass bis zu Beginn der Reitsaison Tibra auch Arbeitstempo und in der Gruppe gehen gelernt haben wird.

2018 war ein erlebnisreiches Jahr. Unsere guten Mitarbeiter, FÖJler, Helfer, und Freunde haben uns bei unserer Arbeit und den vielen großen und kleinen Projekten hervorragend unterstützt.
Danke René, Cedo, Anna Rolletter, Jannis, Anna Eschle, Franca, Johannes und Johanna Müller für eure Mitarbeit in der Landwirtschaft. Wir können uns auf euch verlassen.
Danke Micha für deine Spitzen-Hauswirtschaft, deine Sorgfalt und gute Planung und für das leckere Essen. Du gehörst zum Besten, was uns im Leben passiert ist.

Michaela

Frisch aus dem Garten

Danke an das Super-Hausteam Marianna, Anja, Eli, Jule, Ronja, Diana, Jasmin, Sophie und Anke. Alles ist blitzsauber und steht an seinem Platz. Danke für das immerwährende Putzen, Kehren und Aufräumen, das eine Hymne an die Gegenwart ist.
Danke Marliese für die vielen leckeren Streuselkuchen und Hefezöpfe. Danke fürs Bügeln und Hühner schlachten.
Danke Eli für viele Kilos Fleisch einpacken, für Pizza backen, Einkaufsfahrten, Melken und den Reitunterricht für die Fortgeschrittenen.
Danke Ronja für alle Feuerwehrdienste, Reitunterricht und Ausritte mit den Nachwuchsreitern.

Danke für Pferde- und Pflegemädchen-Dienste, Urlaubsvertretung, Küchendienste, Gartenarbeit, Hilfe beim Bauen und in der Landwirtschaft: Ronja, Hanna, Eli, Sarah, Saliah, Sophie, Johanna, Laura Schultheiß, Sara, Emilia Propach, Mia, Svea, Gina, Luana, Amelie, Alina, Gesa, Klara, Hannah Maul, Charline, Greta, Anouk, Antonia, Eli Reinermann, Pilar, Sarah Nippold, Henrike, Lena Bellut, Greta Fröhling, Leni, Hanna Kränkel, Anna Rolletter, Anna Eschle, Jannis, Franca, Johannes, Manfred, Peter, Gerd, Dirk, Erwin, Erwin Fischer, Anne, Hubert, Sebastian Gawlik, Jasper und Ed.
Ihr seid der Sonnenschein auf unserem Weg.

Sonnenschein auf unserem Weg


Ein frohes und friedvolles Weihnachtsfest wünscht euch Familie Reifenhäuser.

Kühe


Alles ist gut.


Wenn das Notwendige getan
und das Überflüssige verworfen,
wenn das Zuviel verschenkt
und das Zuwenig verschmerzt ist,
wenn alle Irrtümer aufgebraucht sind,
kann das Fest des Lebens beginnen.

Wolfgang Poeplau

Iris erzählt 11/2018  

Der Winter, der erst Anfang März gekommen war, verabschiedete sich zögerlich während der Osterferien. Es gab den einen oder anderen Regenausritt, die dann fast die letzten für dieses Jahr sein sollten.

Es ging es in den Alvenslebenstollen direkt vor der Haustür. Langjährige Gäste waren noch nicht dort gewesen. Die Befahrung des Stollens unter der Führung von Klaus Brommenschenkel war wie immer sehr interessant und kurzweilig.

Ab Mitte April gab es fast nur noch Sonnenschein an allen kurzen und langen Wochenenden und auch während der Woche Pfingstferien im Mai. Wie immer waren wir mit den Ponys zu Fuß und auf deren Rücken viel draußen unterwegs. Hier sind wir gerade am Grenzstein „Königreich Dieter“.

Während des Burgfestes an Pfingsten konnte man sich vom Turm der Burg Lahr abseilen.

Ende Juni, während des letzten kurzen Wochenendes vor den Sommerferien, bescherte uns das vorerst letzte Tiefdruckgebiet ein ungewöhnlich kühles Wochenende.
Am Kirschen-Genuss-Tag lernten wir von Frank Böwingloh viel über sein Projekt Mittel-Rhein-Kirschen, durften die verschiedenen Kirschsorten und .leckereien kosten und zum Abschluss den Tag mit einem Dreigang-Kirsch-Menü krönen.

Dann begann die Sonne fast ununterbrochen zu scheinen und als erstes wuchs auf den Hangflächen mit wenig Boden und darunter anstehendem Fels kein Gras mehr nach. Später hörte es selbst auf den Aueböden im Wiedtal zu wachsen auf und ab Ende Juli gab es kein Weidegras mehr für die Milchkühe. Sie mussten mit Grassilage, eigentlich ihr Winterfutter, zugefüttert werden.

Unsere Urlaubsgäste freuten sich währenddessen über das andauernd schöne Wetter, nannten es ihre „Italienische Woche“ und erleben traumhafte Sommerferien. 

Immer wieder ein Erlebnis. Abendessen draußen auf der Wiese am Waldrand.

Immer wieder ein Erlebnis. Abendessen draußen auf der Wiese am Waldrand. 

Beim Bäume wässern im Dorf halfen die Urlaubsgäste.

Vor dem Pommes-frites-Essen ging es aufs Feld zur Kartoffelernte.


An vielen heißen Tagen hieß es Flucht in den Schatten

oder in die Wied.

Wied und Wald machten die heißen Tage für die fleißigen Ponys einigermaßen erträglich. Oft ritten wir mit zu Zöpfen geflochtenen Mähnen auf die Märchenpfade und anschließend zum Abkühlen in den Fluss.
Unsere Shettys Paula und Daisy absolvieren inzwischen die eine oder andere Shetty- Reitstunde auf unserem kleinen Reitplatz. Ein Team von erfahrenen Trainerinnen hat es ihnen beigebracht.
 Einige der Trainerinnen Einige der Trainerinnen

Und dass die Wied eine herrliche Abkühlung ist, haben sie ebenfalls inzwischen gelernt.

Den Reitunterricht für die Fortgeschrittenen hat seit diesem Jahr Eli übernommen. Zum Schutz vor Staubwolken musste im Sommer der Hufschlag vor dem Reiten gewässert werden.



Der Spätsommer hält jetzt bis in den November herein an. In der ersten Woche Herbstferien ließen uns Temperaturen über 20 Grad bei Mittags-Grillen im Grenzbachtal in den Schatten unter die Fichten flüchten.

Auch wenn die zweite Woche etwas kühler ausfiel, durfte das Abschiedsschwimmen in der Wied nicht fehlen.

26. Oktober

26. Oktober

Wenn im Laufe dieser Woche der Käsekessel geliefert wird, ist unsere Käserei nun tatsächlich fast fertig. Gerade werden die Milchkühe trocken gestellt. Wenn die neue Melksaison im Frühjahr angelaufen ist, will Max mit der Käseproduktion beginnen.

Hier solle es bald Käse geben. Dieter erläutert die Baustelle.

Hier solle es bald Käse geben. Dieter erläutert die Baustelle.

In diesem Jahr mussten wir leider zwei unserer alten Pferde einschläfern lassen.
Im Mai hat uns der Schlappohrigste, Meistgeliebte und Meistfotografierte verlassen.

Auf Grund von sich verschlimmernder Arthrose mussten wir den braven Julli erlösen.
16 Jahre lang hat er vielen Kindern Glück beschert und grast jetzt bestimmt im Ponyhimmel. 

Ponyhimmel

Auch meinen geliebten Landfari mit dem großen Herzen konnte ich nicht länger behalten.
Alles ist uns nur auf Zeit gegeben. Ich bin sehr dankbar, dass ich 22 Jahre ein Ausnahmepferd an Mut reiten durfte, das jeden Abhang rauf und runter kletterte, sich wie ein Eisbrecher durch Dornengestrüpp reiten ließ, mich durch Wied und Wellen getragen hat und mir ungezählte Glücksmomente bereitet hat.